LINJAL Kennzahlenkatalog

Direktläuferquote

Name

Direktläuferquote

Bereich
Betrieb
Typ
Verhältniszahl
Beschreibung

Diese Kennzahl ist eine grundlegende im Bereich der Produktion. Sie berechnet den Prozentsatz an Produkten, die den kompletten Prozess durchlaufen und am Ende fertig sind. Das bedeutet, dass sie nicht überarbeitet werden müssen oder zum Abfall gezählt werden.

Formel

Direktläuferquote = qualitativ hochwertige Einheiten / hergestellte Einheiten (gesamt)

Häufigkeit

je nach Bedarf, i.d.R. einmal je Produktionsperiode

Abgrenzung

Fehlerquote

Varianten

 

Beispiel

Angenommen, ein Produktionsunternehmen stellt insgesamt 1.000 Einheiten her. Nach einer Qualitätsprüfung stellt sich heraus, dass 800 dieser Einheiten qualitativ hochwertig sind und den Standards entsprechen. Direktläuferquote = 800 Einheiten / 1.000 Einheiten = 0,8 oder 80% In diesem Beispiel beträgt die Direktläuferquote 80%. Das bedeutet, dass 80% der hergestellten Einheiten direkt den Qualitätsstandards entsprechen und ohne Nacharbeit oder Ausschuss akzeptiert werden können. Eine höhere Direktläuferquote deutet in der Regel auf eine effizientere und qualitativ bessere Produktion hin.

Typische Werte

je höher desto Besser

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Berechnung des Anteils der Einwandfreien Produkte

Organisatorisch
Betriebsprozesse

Taktzeit

Name

Taktzeit
Takt Time

Bereich
Controlling
Typ
Verhältniszahl
Beschreibung

Diese Kennzahl ist sehr nützlich bei der Planung von Fertigungsaufträgen oder bei der Entscheidung, on ein Auftrag von einem Kunden angenommen werden soll. Taktzeit ist der maximale zeitliche Rahmen, der für die Fertigung eines Produkts aufgebracht werden kann und die Deadline des Kunden noch berücksichtigt.

Formel

Taktzeit = verfügbare Nettozeit / täglicher Kundenanspruch

Häufigkeit

i.d.R je Bestellprozess bei Aufwendigerer Fertigung

Abgrenzung

Cycle Time

Varianten

Taktzeit wird übrigens auch im Englischen mit dem deutschen Begriff bezeichnet und ist dort als „Takt Time“ bekannt. Dabei sollte dieser KPI nicht mit der Zykluszeit-Metrik verwechselt werden, auch wenn beide auf ähnlichen Grundlagen basieren.

Beispiel

Angenommen, ein Produktionsunternehmen hat pro Tag eine verfügbare Nettozeit von 480 Minuten (entspricht 8 Stunden). Der tägliche Kundenanspruch, also die Menge an Produkten oder Dienstleistungen, die jeden Tag erfüllt werden müssen, beträgt 240 Einheiten. Taktzeit = 480 Minuten / 240 Einheiten = 2 Minuten pro Einheit In diesem Beispiel beträgt die Taktzeit 2 Minuten pro Einheit. Das bedeutet, dass das Unternehmen im Durchschnitt alle 2 Minuten eine Einheit produzieren oder eine Dienstleistung erbringen muss, um den täglichen Kundenanspruch zu erfüllen.

Typische Werte

Fall- und Branchenabhängig

Anwendung
Fachlich

Maßzahl für die Berechnung der zeitlichen Effizienz der Produktion oder Leistungserbringung

Organisatorisch
Produktmanagement

Eingesparte Kosten

Name

Eingesparte Kosten
Costs Saved

Bereich
Finanzen
Typ
absolute Zahl
Beschreibung

Die Kennzahl der eingesparten Kosten ist ein ungefährer Wert, der angibt, wie viel Geld gespart wurde, indem Geld ausgegeben respektive investiert wurde. Das bekannteste Beispiel dazu beschäftigt sich damit, wie viel Geld für die Wartung von Maschinen ausgegeben wird, was dann mit den Reparaturkosten bei Maschinenausfall sowie dem Wert der verlorenen Produktionszeit während der Reparatur verglichen wird.

Formel

Eingesparte Kosten = geschätzte Reparaturkosten + Produktionsverlust – Kosten für präventive Wartung

Häufigkeit

je nach Bedarf, i.d.R einmal pro Quartal oder Jahr

Abgrenzung

Anlagenintensität

Varianten

 

Beispiel

Angenommen, ein Produktionsunternehmen schätzt, dass die Reparaturkosten für eine wichtige Maschine 10.000 Euro betragen würden. Der erwartete Produktionsverlust aufgrund eines Ausfalls dieser Maschine wird auf 5.000 Euro geschätzt. Die Kosten für präventive Wartung, um einen solchen Ausfall zu verhindern, belaufen sich auf 2.000 Euro. Eingesparte Kosten = 10.000 Euro + 5.000 Euro – 2.000 Euro = 13.000 Euro In diesem Beispiel würde das Unternehmen voraussichtlich 13.000 Euro einsparen, indem es präventive Wartungsmaßnahmen durchführt, um einen teuren Maschinenausfall zu verhindern.

Typische Werte

Fall- und Branchenabhängig

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Berechnung der Investitions- gegenüber den Ausfallkosten

Organisatorisch
Finanzmanagement

Zykluszeit

Name

Zykluszeit
Cycle Time

Bereich
Prozesse
Typ
absolute Zahl
Beschreibung

Innerhalb des produzierenden Gewerbes  ist die Zykluszeit die durchschnittliche Zeit, die zur Herstellung eines Produkts benötigt wird.

Die Zykluszeitkennzahl kann eingesetzt werden, um die Zeit zu messen, die bis zur Fertigstellung eines Produkts, einer Einzelkomponente oder sogar bis zur Lieferung an einen Endnutzer vergeht. Die Zykluszeit kann daher genutzt werden, um die allgemeine Effizienz eines Fertigungsprozesses auf Makroebene oder auch Ineffizienzen auf Mikroebene zu analysieren.

Formel

Zykluszeit = Prozess Endzeitpunkt – Prozess Startpunkt  

Häufigkeit

je nach Bedarf

Abgrenzung

Cash to Cash Cycle Time

Varianten

 

Beispiel

Angenommen, ein Unternehmen hat einen Produktionsprozess, bei dem ein Produkt hergestellt wird. Der Prozess beginnt um 8:00 Uhr morgens (Startpunkt) und endet um 10:00 Uhr (Endpunkt). Die Zykluszeit lässt sich dann wie folgt berechnen: Zykluszeit = 10:00 Uhr – 08:00 Uhr = 2 Stunden

Typische Werte

Fall- und Branchenabhängig

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Berechnung der durchschnittlichen Produktionsprozesszeit

Organisatorisch
Projekt

Nachfrageprognose

Name

Nachfrageprognose
Projected Customer Demand

Bereich
Vertrieb
Typ
absolute Zahl
Beschreibung

Die Nachfrageprognose ist von entscheidender Bedeutung für die Sicherstellung der Lagerverfügbarkeit und die Vermeidung von Überbeständen während der gesamten Geschäftsperiode. Unternehmen können diese Kennzahl einsetzen, um die Menge an Rohstoffen zu bestimmen, die für die zukünftige Kundennachfrage benötigt werden. Diese Kennzahl und ihr Nutzen kann für Unternehmen etwas kompliziert sein, da externe Faktoren, die nicht zu kontrollieren sind, eine große Rolle spielen.

Formel

Voraussichtliche Kundennachfrage = Rohstoffe * Produktionsrate

Häufigkeit

je nach Bedarf, i.d.R. einmal pro Quartal oder bei beginn einer neuen Produktions-Periode

Abgrenzung

 

Varianten

 

Beispiel

Ein Unternehmen hat Rohstoffe, bemessen in 1000 Einheiten, und eine Produktionsrate/ Auftragsrate von 400. Daraus ergibt sich eine Voraussichtliche Kundennachfrage = 1000 * 400 = 400000

Typische Werte

Fall- und Branchenabhängig

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Abschätzung der Nachfrage, abhängig der Produktionsmenge

Organisatorisch
Vertrieb

Produktionserfüllung

Name

Produktionserfüllung Production Attainment

Bereich
Controlling
Prozesse
Typ
Verhältniszahl
Beschreibung

Diese Kennzahl aus dem Bereich der Produktion ist essentiell für die Messung der Performance. Sie misst die Produktionslevel über einen bestimmten Zeitraum und berechnet in Prozent, wie oft das Ziellevel respektive die gewünschte Menge erreicht wird.

Formel

Produktionserfüllung = erreichte Produktionsziele (%) / Gesamtzeitraum

Häufigkeit

je nach Bedarf, i.d.R. einmal pro Produktionsperiode oder Quartal

Abgrenzung

 

Varianten

Produktionsplanerfüllung = (Tatsächlicher Output / Geplanter Output) x 100 Diese Variante ist unabhängig der Gesamtzeit, bezieht sich rein auf die Menge

Beispiel

Ein Unternehmen  plant, 4000 Einheiten pro Monat herzustellen, tatsächlich aber nur 3500 produziert, lautet die Produktionserfüllung (Variante Zeitunabhängig) = (3500 / 4000) x 100 = 87.5%

Typische Werte

Fall- und Branchenabhängig

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Berechnung der Erfüllung gesteckter Produktionsziele

Organisatorisch
Controlling

Umstellungszeit

Name

Umstellungszeit
Adjustment Time

Bereich
Betrieb
Typ
absolute Zahl
Beschreibung

Allgemein ist die Umstellungszeit die Geschwindigkeit oder Zeit, die gebraucht wird, um von einer Aufgabe zu einer anderen zu wechseln. Verwendet wird sie üblicherweise für die Umstellung der Fertigungsstraße oder -anlage von einem Produkt auf ein anderes. Es kann auch für die Zeit stehen, die während eines Schichtwechsels verloren geht.

Formel

Umstellungszeit = verfügbare Nettozeit – Produktionszeit

Häufigkeit

je Änderung/ Anpassung der Produktion

Abgrenzung

 

Varianten

 

Beispiel

verfügbare Nettozeit = 1000 Stunden Produktionszeit = 600 Stunden Umstellungszeit = 1000 – 600 = 400 => Großer Wert, viel Zeit (40%) muss für Umstellung verwendet werden, Optimierungsbedarf!

Typische Werte

Fallabhängig, aber je geringer desto besser

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Berechnung der Zeit für einen Produkt- bzw. Aufgabenwechsel

Organisatorisch
Betriebsprozesse

Stammlieferantenquote

Name

Stammlieferantenquote Regular supplier quota

Bereich
Logistik
Typ
Verhältniszahl
Beschreibung

Diese Kennzahl gibt an, wie viele innerhalb aller Lieferanten zu den Stammlieferanten (Produkte werden regelmäßig bezogen) gehören. Je mehr Einkaufsgüter über Stammlieferanten beschafft werden kann, desto günstiger ist es in der Regel, da man häufig Rahmenverträge abschließen oder Bestellungen bei Bedarf unkompliziert ohne größere Angebotsvergleiche oder Lieferantenbewertungen abwickeln kann.

Formel

Stammlieferantenquote = Einkaufsvolumen durch Stammlieferanten *100 / Gesamt-Einkaufsvolumen

Häufigkeit

i.d.R. einmal pro Jahr

Abgrenzung

Einkaufsvolumen

Varianten

 

Beispiel

Eine Firma produziert Güter, für welche sie regelmäßig bei den gleichen Lieferanten, gleiche Produkte/Rohstoffe bestellt. Natürlich werden daneben, auch andere zusätzliche Güter gekauft, beispielweise für Sonderaufträge oder unabhängig der Produktion. Ihr Einkaufsvolumen durch Stammlieferanten liegt bei 6000 Einheiten, das Gesamte Volumen beläuft sich auf 10000 Einheiten. Somit ergibt sich eine Stammlieferantenquote = 6000 *100 / 10000 = 60 %

Typische Werte

Fall- und Branchenabhängig

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Bestimmung der Anzahl von wiederkehrenden Lieferanten

Organisatorisch
Lager und Logistik

Kleinbestellungsquote

Name

Kleinbestellungsquote
Small order Rate  

Bereich
Logistik
Typ
Verhältniszahl
Beschreibung

Diese Kennzahl gibt Aufschluss über den Bestellprozess sowie innerhalb dessen die Quote an ineffizienten Kleinbestellungen. Bestellungen verursachen häufig ähnlich hohe Kosten, unabhängig vom Bestellwert. Eine hohe oder steigende Zahl an Kleinbestellungen (Faustregel: <100-150 Euro) zeigt, dass der Nutzen von Großbestellungen nicht bekannt ist oder dass es organisatorische Probleme gibt, die zu einer unnötig hohen Zahl Kleinbestellungen führt, z.B. fehlende Einkaufsregeln.

Formel

Kleinbestellungsquote = Anzahl Kleinbestellungen * 100 / Gesamtzahl Bestellungen

Häufigkeit

je nach Bedarf, i.d.R einmal pro Quartal

Abgrenzung

Stammlieferantenquote

Varianten

 

Beispiel

Eine Firma vertreibt diverse Produkte, welche in verschiedenen Mengenverhältnissen eingekauft werden. Im Jahr verkaufen sie ca. 70.000 Einheiten gesamt. Sie definieren intern eine Bestellung unter 50 Einheiten als Kleinbestellung, welche etwa 600 mal im Jahr vorkommt. Daraus ergibt sich folgende Kleinbestellungsquote = 600 * 100 / 70.000 = 0,86

Typische Werte

Fall- und Branchenabhängig, aber je kleiner desto Besser

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Bestimmung der Anzahl von Klein(st)bestellungen in relation zu Gesamt

Organisatorisch
Lager und Logistik

Preissteigerungsrate

Name

Preissteigerungsrate
Price Increase

Bereich
Controlling
Typ
Verhältniszahl
Beschreibung

Mit der Kennzahl kann geprüft werden, ob es Preissteigerungen auf breiter Front gibt oder ob sich die Preissteigerungen auf einzelne Segmente beschränken. Steigen die Preise wie im Moment in fast allen Bereichen, ist es oft sinnvoll, die Lager- und Sicherheitsbestände aufzustocken.

Formel

Preissteigerungsrate = Anteil von Beschaffungsgütern mit Preissteigerungen * 100 / Gesamtzahl Beschaffungsgüter

Häufigkeit

je nach Bedarf, i.d.R einmal im Quartal

Abgrenzung

 

Varianten

 

Beispiel

Eine Firma bezieht von diversen Lieferanten insgesamt 4500 verschiedene Güter, bei welchen über die letzte Periode 1800 im Preis gesteigert haben. Somit ergibt sich eine Preissteigerungsrate = ( 1800 * 100 ) / 4500 = 40 %  

Typische Werte

Fallabhängig, sowie von Konjunktur und allgemeiner Marksituation

Anwendung
Fachlich

Maßzahl zur Berechnung der Preissteigerung gesamt, prozentual

Organisatorisch
Controlling